Mittwoch, 03 Oktober 2018 17:51

MDR-Magazin "Umschau" zum Tarifstreit des Flughafen-Sicherheitspersonals

"Es ist an der Zeit, die Löhne zwischen Ost und West anzugleichen, auch beim Sicherheitspersonal. Die von den Arbeitgebern angebotene Angleichung an das Westniveau in fünf bis sechs Jahren dauert uns viel zu lange", verteidigt Christel Tempel, Verdi-Landesfachbereichsleiterin, im Gespräch mit dem MDR-Magazin "Umschau" die aktuelle Tarifforderung.

Verdi will den Stundenlohn für Sicherheitsmitarbeiter in der Passagierkontrolle nach §5 Luftsicherheitsgesetz an mitteldeutschen Flughäfen um 36% auf 20 Euro pro Stunde anheben. Diese Mitarbeiter verdienen derzeit 14,70 Euro pro Stunde. Da die Unterschiede zu den westdeutschen Bundesländern so groß seien und auch dort eine Erhöhung des Stundenlohns notwendig sei, müsse die Anhebung im Osten hoch ausfallen. "Auch die Passagiere müssen wissen: Sicherheit hat ihren Preis", so Tempel. Verdi-Berechnungen zufolge würde sich jedes Flugticket in Deutschland um schätzungsweise 50 Cent erhöhen, wenn die geforderten Mehrkosten auf die Passagiere umgeschlagen würden.

Neben den Sicherheitsmitarbeitern in der Passagierkontrolle (Mitarbeiter nach § 5 Luftsicherheitsgesetz mit aktuellem Stundenlohn von 14,70 Euro) gibt es auch noch die Mitarbeiter, die für die Gepäck- und Personalkontrolle nach § 8/9 Luftsicherheitsgesetz zuständig sind. Sie verdienen 11,30 Euro ohne bzw. 12,90 Euro mit Zulagen. Auch hier fordert Verdi einen bundesweit einheitlichen Stundenlohn. Die bundesdeutschen Spitzenwerte liegen bei 17,16 Euro für § 5-Mitarbeiter sowie 14,84 Euro bzw. 15,78 Euro für § 8/9-Mitarbeiter.

Die Arbeitgeberseite hat zuletzt eine Anhebung der mitteldeutschen Stundenlöhne um 5,4% auf 15,49 Euro (§ 5-Beschäftigte), 6,4% auf 12,02 Euro bzw. 6% auf 13,67 Euro (§ 8/9-Beschäftigte ohne bzw. mit Zulagen) angeboten. Der nächste Verhandlungstermin ist Mittwoch, der 23. Januar. Ob es bis dahin zu weiteren Streiks kommt, lässt Verdi offen. In Leipzig, Dresden und Erfurt soll vorerst nur heute gestreikt werden.

Es gibt bislang keinen eigenen Ausbildungsberuf für das Sicherheitspersonal an Flughäfen. Nach Verdi-Angaben müssen die Mitarbeiter eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen und sich anschließend ständigen Qualifizierungen, Weiterbildungen und Kontrollen, unter anderem durch die Bundespolizei, unterziehen. "Die Qualifizierung am Anfang ist gering, aber steigt während der Arbeit kontinuierlich an. Es ist ein besonders anspruchsvoller Beruf, denn die Sicherheit an Flughäfen hat einen ganz anderen Stellenwert und strengere Regeln als beispielsweise die Sicherheit von Firmengebäuden", erklärt Christel Tempel.

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