Mittwoch, 15 Juli 2020 16:06

Vorsicht bei Schlüsseldiensten

Schlüsseldienst Schlüsseldienst

Wahrscheinlich passiert es wohl jedem Hausbesitzer oder Wohnungsbesitzer mindestens einmal im Leben: einen kurzen Augenblick nicht aufgepasst und schon ist die Wohnungstüre ins Schloss gefallen, selbstverständlich von außen, der Schlüssel liegt entweder in der Wohnung oder steckt sogar noch innen in der Türe.

Was nun? Sicherlich ist der nächste Weg, nachdem Freude oder Nachbarn abgeklappert wurden, der Schlüsseldienst. Doch leider gibt es neben zahlreichen, seriösen Schlüsseldiensten auch schwarze Schafe. Dies wird vor allem dann deutlich, wenn man die Google Suche bedient, um einen Schlüsseldienst zu suchen. Hier gilt: nicht auf das erst beste Angebot bzw. die Anzeige zugreifen. In der Regel sind diese Anzeigen von Schlüsseldiensten, die sich nicht einmal in der Nähe des Wohnorts befinden.

Der Internetauftritt des Schlüsseldienstes

Selbstverständlich ist man in der Situation aufgeregt, gerade, wenn man sich ausgeschlossen hat und vor verschlossener Türe steht. Dennoch gilt: Ruhe bewahren, um am Ende nicht abgezockt zu werden. Sobald man die oberen Google-Anzeigen hinter sich gelassen hat, werden Schlüsseldienste aus der Umgebung angezeigt.

Hier sollte man sich einen ersten Überblick vom Schlüsseldienst verschaffen: gibt es ein Impressum? Also einen Geschäftsführer, eine Adresse, Telefonnummer etc. wo sitzt der Schlüsseldienst? Diese Frage ist wichtig, da es in der heutigen Zeit sehr viele Callcenter gibt, in denen der Kunde am Telefon landet. Somit werden keine Handwerker in der Nähe losgeschickt, sondern die mit einem längeren Anfahrtsweg. Dies wiederum zieht Kosten nach sich. Ein sehr guter Tipp ist es, die Google Maps Suche nach Schlüsseldiensten in der Nähe zu nutzen.

Hohe bzw. überraschende Kosten vermeiden

Hat man nun den Schlüsseldienst ausgewählt, sollte man am Telefon- am besten mit einem Zeugen- einen Festpreis besprechen und dem Handwerker, wenn möglich genau erklären, welches Problem vorliegt. Zur Sicherheit sollte noch ein Beweisfoto von der Türe gemacht werden, da es im Zuge der "Reparatur" auch zu Schäden am Türschloss oder an der Türe selbst kommen kann. Um nicht auf dem Schaden sitzen zu bleiben, sollten lieber Fotos gemacht werden.

Auch weitere Kosten wie Anfahrtskosten sollten lieber im Vorfeld erfragt werden. Ist der Handwerker dann vor Ort, sollte nochmals nach dem Festpreis gefragt werden, bevor er mit der Arbeit beginnt. Alle Schritte und Posten, sollten auf der Rechnung einsehbar sein, bei "leeren" Rechnungsposten sollte nachgefragt werden, was es damit auf sich hat. Eine Steuer- bzw. Rechnungsnummer muss ebenfalls vorhanden sein.

Umgang mit Druck vor Ort

Auch bei den Zahlungsmodalitäten wird sehr oft versucht "Druck" auf die Kunden auszuüben, wenn es sich um einen unseriösen Schlüsseldienst handelt. Der Kunde muss zum Beispiel nicht in bar zahlen- dafür hat er ja die Rechnung, sondern kann den Betrag selbstverständlich in der gängigen Frist auf das angegebene Konto überweisen. Eine weitere, sehr beliebte Unart ist es, den Kunden dazu zu zwingen, mit dem Monteur zusammen zum Geldautomaten zu gehen, um die Summe abzuheben. Dies ist in jedem Fall unzulässig und der Kunde kann ruhigen Gewissens die Polizei rufen, falls es erforderlich sein sollte.

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