- Aktuelle Seite:
-
Startseite
- Lebensstil
Warum Fachwissen ohne Didaktik an Grenzen stößt
In vielen Branchen schulen vor allem die Fachkräfte, ohne eine pädagogische Ausbildung genossen zu haben. Das führt oft zu sehr ineffizienten Lernverfahren. Es wird zwar richtig gelehrt, aber nicht jeder Teilnehmer wird erreicht.
Didaktik bedeutet nichts anderes als die planvolle Gestaltung von Lernprozessen. Dazu gehört die formulierte Zielsetzung, die Wahl der geeigneten Methoden und die Anpassung an unterschiedliche Vorbildung. Strukturierte Lehrkonzepte können die Lernleistung erheblich steigern, weil sie kognitive Überlastung vermeiden und Wissen in nachvollziehbaren Portionen vermitteln.
Ein weiteres großes Problem ist die Transferleistung. Wissen bleibt ohne didaktische Konzepte zur Anwendung und Reflexion vielfach theoretisch. Gerade in der Erwachsenenbildung ist dieser Bezug zur Praxis nötig, da die Teilnehmenden hier konkrete berufliche Ziele verfolgen.
Wachsende Bedeutung formaler Qualifikationen
Mit der zunehmenden Bedeutung von Weiterbildung wächst auch der Bedarf an überprüfbaren Qualifikationen. In der Schweiz hat sich das SVEB-Zertifikat als Einstieg in die Erwachsenenbildung etabliert. Es gehört zu dem Baukastensystem AdA, das verschiedene Kompetenzstufen für Ausbildende definiert.
Das Zertifikat legt umfassende Anforderungen fest. Es verlangt die Planung von Lernveranstaltungen, die Durchführung von Sequenzen, die Auswertung der Lernergebnisse, Reflexion und Feedbackprozesse in die Ausbildung zu integrieren.
Ein strukturierter Einstieg mit dem Kurs SVEB in Zürich kann grundlegende didaktische Kompetenzen vermitteln und auf eine Tätigkeit als Kursleitung vorbereitet werden. Solche Programme schaffen Vergleichbarkeit. Arbeitgeber können besser absehen, welche Kompetenzen bei ihren Mitarbeitenden vorhanden sind. Für die Teilnehmenden wird die Lernzielarbeit und damit die Anforderungen an sie transparenter.
Didaktische Kompetenz als wettwirtschaftlicher Faktor
Didaktische Kompetenz hat nicht nur Einfluss auf den Lernerfolg, sondern damit auch auf die wirtschaftlichen Kennzahlen eines Unternehmens. Alle Unternehmen, die in Weiterbildung investieren, erwarten messbare Erfolge: Produktivitätssteigerungen, weniger Fehler, eine schnellere Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender.
Ungeplante Schulungsmaßnahmen führen oft zu Wiederholungen und einer Vielzahl von Nachfragen und damit zu einem erhöhten Einsatz von Ressourcen. Durch eine klare didaktische Planung wird der Aufwand reduziert. Inhalte können gezielter vermittelt und damit auch verankerter werden.
Dies gilt auch für den externen Weiterbildungsmarkt. Die Anbieter stehen im Wettbewerb zueinander und müssen nachvollziehbare Qualitätsstandards erfüllen. Hier sind Zertifizierungen und strukturierte Ausbildungssysteme eine hilfreiche Orientierung für den Kunden.
Modernere Anforderungen an Kursleitende
Die Anforderungen an Kursleitende haben sich gewandelt. Neben dem reinen Fachwissen sind auch weitere Kompetenzen gefragt, wie etwa Kommunikationsfähigkeit, Moderationstechnik und der sichere Umgang mit digitalen Lernformaten.
Gerade bei Blended Learning und in der Onlinearbeit sind zusätzliche Planungsschritte erforderlich. Die Inhalte müssen so aufbereitet werden, dass sie auch ohne zusätzliche persönliche Betreuung durch Kursleitende verinnerlicht werden. Interaktive Elemente gewinnen an Bedeutung, ebenso wie die klare Struktur des Angebotes.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Heterogenität der Gruppen. Die Teilnehmenden haben unterschiedliche Altersstufen, Erfahrungen und Lernziele. Didaktische Konzepte müssen diesen unterschiedlichen Menschen hiervon Rechnung tragen und für jeden etwas anbieten.
Wer in der Erwachsenenbildung tätig werden möchte, sollte diese Anforderungen bereits im Vorfeld planen und nicht erst dann, wenn sie verwirklicht werden sollen. Fachwissen alleine genügt nicht. Der Kursleitende muss vor allem in der Lage sein, Inhalte nachvollziehbar, strukturiert und zielgerichtet zu vermitteln.