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Für Millionen gesetzlich Versicherte könnte das neue Krankenkassenpaket genau solche Folgen haben. Die Bundesregierung will die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren und weitere deutliche Erhöhungen der Zusatzbeiträge verhindern. Kritiker warnen jedoch, dass ein Teil der Einsparungen am Ende ausgerechnet dort spürbar werden könnte, wo Menschen Unterstützung benötigen: in Arztpraxen, Apotheken und im eigenen Portemonnaie.
Ein milliardenschweres Loch im Gesundheitssystem
Die gesetzliche Krankenversicherung steht unter großem finanziellen Druck. Für 2027 wurde eine Finanzierungslücke von rund 19 Milliarden Euro erwartet. Ohne Reformen könnte diese bis 2030 auf etwa 44 Milliarden Euro anwachsen.
Die Gründe sind vielfältig: steigende Medikamentenpreise, höhere Personalkosten, mehr ältere Versicherte und wachsende Ausgaben in Arztpraxen und Krankenhäusern. Gleichzeitig sind die Zusatzbeiträge der Krankenkassen in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen.
Das beschlossene Paket soll die gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2027 um rund 18,8 Milliarden Euro entlasten und weitere deutliche Beitragserhöhungen verhindern.
Medikamente werden teurer
Besonders schnell könnten Versicherte die Änderungen in der Apotheke bemerken. Die Zuzahlung für verschreibungspflichtige Medikamente soll steigen.
Statt bisher mindestens fünf und höchstens zehn Euro könnten künftig 7,50 bis 15 Euro pro Medikament fällig werden. Für Menschen, die nur selten Arzneimittel benötigen, wirkt das zunächst überschaubar. Wer chronisch krank ist oder mehrere Präparate braucht, könnte die Mehrkosten dagegen deutlich spüren.
Die bisherigen Belastungsgrenzen bleiben bestehen. Zuzahlungen sind grundsätzlich auf zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens begrenzt. Für chronisch kranke Menschen gilt meist eine Grenze von einem Prozent. Deshalb ist es wichtig, Belege aufzubewahren und eine mögliche Befreiung bei der Krankenkasse zu prüfen.
Kostenlose Familienversicherung wird eingeschränkt
Eine der politisch umstrittensten Änderungen betrifft Ehepartner und eingetragene Lebenspartner, die bisher ohne eigenen Beitrag familienversichert sind.
Die beitragsfreie Mitversicherung soll zwar nicht vollständig abgeschafft werden. Sie bleibt unter anderem für Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren, Eltern von Kindern mit Behinderung, pflegende Angehörige, Menschen im Rentenalter und Personen mit bestimmten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestehen.
Für andere bisher kostenlos mitversicherte Partner soll jedoch ab 2028 ein zusätzlicher Beitrag erhoben werden. Vorgesehen sind 2,5 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens der hauptversicherten Person.
Weniger Termine in Arztpraxen?
Ein großer Teil der Einsparungen soll nicht direkt bei den Versicherten, sondern bei Arztpraxen, Kliniken und Apotheken erfolgen. Geplant ist unter anderem, bestimmte zusätzliche Vergütungen für kurzfristige Termine und offene Sprechstunden zu reduzieren oder zu streichen. Ärzteverbände warnen deshalb, dass Termine knapper werden und einige Leistungen schwerer erreichbar sein könnten.
Durch diese Knappheit und dem starken Kostendruck, gewinnen digitale Versorgungswege an Bedeutung. Sie können nicht jedes Problem lösen und ersetzen weder körperliche Untersuchungen noch die Notfallversorgung. Bei geeigneten Beschwerden können sie jedoch unnötige Wege vermeiden und entlasten die Arztpraxen.
Teilweise krankgeschrieben
Neu ist außerdem die geplante Möglichkeit einer Teilkrankschreibung. Beschäftigte könnten dann beispielsweise zu 25, 50 oder 75 Prozent arbeitsunfähig geschrieben werden.
Was Versicherte jetzt tun können
Für Versicherte lohnt es sich künftig noch mehr, Schreiben der Krankenkasse nicht ungeöffnet beiseitezulegen. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte Zuzahlungsbelege sammeln. Vor Zahnersatz oder einer geplanten Operation können ein genauer Kostenplan und eine zweite ärztliche Meinung helfen, unerwartete Ausgaben zu vermeiden.
Wer lange auf einen Termin wartet, kann neben der Hausarztpraxis auch Terminservicestellen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder seriöse telemedizinische Angebote prüfen. Welche Form sinnvoll ist, hängt immer von den Beschwerden ab.
Auch Martin schaut inzwischen genauer hin. Er sammelt seine Belege, lässt sich den Zuschuss für den Zahnersatz erklären und informiert sich frühzeitig über Alternativen. Denn für ihn zeigt sich das Krankenkassenpaket nicht in Milliardenbeträgen, sondern an der Apothekentheke, beim nächsten Arzttermin und auf der eigenen Rechnung.
Was Versicherte jetzt tun können
Für Versicherte lohnt es sich künftig noch mehr, Schreiben der Krankenkasse nicht ungeöffnet beiseitezulegen. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte Zuzahlungsbelege sammeln. Vor Zahnersatz oder einer geplanten Operation können ein genauer Kostenplan und eine zweite ärztliche Meinung helfen, unerwartete Ausgaben zu vermeiden.
Wer lange auf einen Termin wartet, kann neben der Hausarztpraxis auch Terminservicestellen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder seriöse telemedizinische Angebote prüfen. Welche Form sinnvoll ist, hängt immer von den Beschwerden ab.
Auch Martin schaut inzwischen genauer hin. Er sammelt seine Belege, lässt sich den Zuschuss für den Zahnersatz erklären und informiert sich frühzeitig über Alternativen. Denn für ihn zeigt sich das Krankenkassenpaket nicht in Milliardenbeträgen, sondern an der Apothekentheke, beim nächsten Arzttermin und auf der eigenen Rechnung.
Hinweis: Martin ist eine fiktive Person. Das Beispiel dient ausschließlich der anschaulichen Darstellung möglicher Auswirkungen der geplanten Änderungen.
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder schweren Beschwerden sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.